Die Worttänzerin bloggt

Texten ist ein bisschen Talent und viel Handwerk. Zum Standard-Handwerkszeug eines Texters gehören Stilmittel. Sie erwecken Texte zum Leben, indem sie ihnen Würze geben und die Gefühlswelt und Fantasie anregen. Beliebt sind Metapher als rhetorisches Mittel, insbesondere, wenn sie mit einem bestimmten Anlass oder Medium verbunden werden. Die bevorstehende Damen-WM in Deutschland bietet hierfür ein gutes Beispiel.

Fußball-WM als Aufhänger für Ihre Werbung

Es muss ja nicht gleich eine neue Teebeutelkreation mit Fußballerköpfen sein. Aber eines der Stilmittel, das Texter gerne verwenden, um Anzeigen und sonstigen Texten mehr Spritzigkeit zu verleihen, sind Metapher in Kombination mit einem aktuellen Bezug. So wird es in den nächsten Wochen in allen Print- und Onlinemedien in irgendeiner Form um das runde Leder in deutschen Fußballstadien gehen. Doch Vorsicht:

Überstrapazieren Sie das Kopfkino nicht.
Wer es zu weit treibt, verdribbelt sich, verliert Ball und roten Faden und gerät möglicherweise in Rückstand. Beispiele für unfreiwillige Komik gibt es genug. Wenn Sie nach der Steilvorlage des Chefs „losstürmen“, Ihr Projekt „in den Kasten bringen“ wollen und sich dann wegen eines fiesen Fouls Ihres Lieblingskollegen doch „verdribbeln“, dann ist nicht nur Ihr Projekt gescheitert, sondern sprachlich das Kopfkino des Lesers überreizt worden.
Fazit: Nutzen auch Sie die Fußball-WM für Ihre Werbemaßnahmen, aber bitte in Maßen – nicht Massen!.

Stilmittel sollten also immer pointiert ausgesucht eingesetzt werden. In einigen Redaktionen oder Tageszeitungen gibt es sogar Vorgaben, dass auf einen Satz mit Metapher ein Satz ohne Metapher folgen muss. Dies sind mögliche Begriffe: am Ball bleiben, sich die Bälle zuspielen, in den Kasten bringen, losstürmen, Meister, Steilvorlage, Doppelpass, im Netz zappeln, etc. Wichtig dabei: Bleiben Sie logisch, Stilmittel um jeden Preis ohne echte Aussage ist nicht der Sinn dieser Übung!

Ihre Meinung ist uns wichtig

*

↑ Top