Die Worttänzerin bloggt

Fischteich-Effekt, Gummiband-Effekt, Walkman-Effekt, Dalai-Lama-Effekt, Cocktailparty-Effekt, Weihnachtseffekt, Romeo-und-Julia-Effekt, Lächelmasken-Syndrom… Zuerst dachte ich, Jochen Mai und Daniel Rettig hätten sich werbetexter-like ein paar griffige Titel für verschiedene Phänomene oder Verhaltensmuster ausgedacht. Dabei handelt es sich tatsächlich um bekannte Begriffe, die die beiden Autoren in einem Buch zusammengefasst haben. In elf Kapiteln aufgeteilt erfährt der Leser verschiedene bewusste und unbewusste Verhaltensmuster aus allen Lebensbereichen.

Im Kapitel „Fix und fertig“ lernen wir u.A., warum wir uns nicht entscheiden, obwohl wir sollten, warum wir uns dem Fortschritt verweigern oder warum wir einer Aussage umso eher glauben, je öfter wir sie hören. Das ist dann die Entscheidungsparalyse, der Semmelweis-Effekt und der Wiederholungs-Effekt.

Einblicke in unsere Arbeitsweise bietet „Ort und Stelle“. Die Phänomene reichen vom Waltercooler-Effekt über den Exzellenz-Effekt bis zum Jetzt-ist-es-auch-egal-Effekt.

Alle Effekte werden durch nationale und internationale Studien und zahlreiche Beispiele untermauert bzw. greifbar gemacht. Hin und wieder geben mir die beiden Tipps an die Hand, was ich besser oder anders machen kann. Am Ende jedes Kapitels gibt es eine Zusammenfassung für den schnellen Aha-Effekt.

Zusammenfassung: Gut zu wissen, dass es anderen Menschen oft genauso geht wie mir. Offensichtlich sind viele Verhaltensweise so weit verbreitet, dass sie zu Phänomenen oder Effekten mit eigenem „Wiedererkennunswert“ zählen.

Warum wir uns oft anders verhalten, als wir wollen – das ist der Untertitel des Buches – wird an vielen Stellen mit Studien- und Testergebnisse beantwortet. Einige Ergebnisse sind so spannend und interessant, dass ich sie bei Gelegenheit austesten werde. Zum Beispiel der Denominations-Effekt oder warum das Geld zwischen den Fingern zerrinnt. Wer weniger Geld ausgeben möchte, sollte mehr Scheine im Geldbeutel haben statt Münzen. Tests haben eindeutig nachgewiesen, dass der selbe Betrag in Münzen viel schneller ausgegeben wird als ein Geldschein im selben Wert. Oder Der Restorff-Effekt: Was hervorsticht, behalten wir besser. Dies werde ich in der nächsten Anzeigenkampagne gleich mal austesten. 🙂

Alles in allem: Eine nette, locker geschriebene Unterhaltungslektüre mit einigen Aha-Effekten und Einblicken die Verhaltenspsychologie.

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