Die Worttänzerin bloggt
Business Games: Spiele wie ein Mann. Siege wie eine Frau

Heute bekomme ich einen netten Brief von der (mir bisher noch unbekannten) Netzwerk-Kollegin Nicola Kaspar aus Aschaffenburg. In der Anlage schickt sie mir einen FAZ-Beitrag von Karriere-Coach Marion Knaths, die meint: „Frauen scheitern an der Körpersprache und zu viel Gefühl.“  Inspiriert von diesem Artikel erinnerte ich mich an ein Buch, das ich sehr gerne in meinen Vorträgen zum Thema „Der Mensch als Marke“ zitiere und empfehle. Es ist von Gail Evans und hat den selben Titel wie die Überschrift. Wer sich das Buch nicht leisten mag, kann hier in meinem Blog in den nächsten Wochen mehr daraus erfahren. Ich werde quasi aus Gails und meinem eigenen Nähkästchen plaudern. 🙂 Sie ist eine der ranghöchsten Frauen im amerikanischen Mediengeschäft, arbeitet(e) seit 1980 bei dem Sender CNN, betreut(e) dort als stellvertretende Programmdirektorin acht Talk Shows und war vorher im amerikanischen Kongress und im Weißen Haus. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Alleine ihre Bio ist spannend! Ich werde verschiedene typische Fallen und Vorschläge aus ihrem Buch aufgreifen, indem ich eine Situation beschreibe, SEINE Strategie und IHRE Strategie erkläre, das Problem schildere und natürlich die Lösung, wie SIE aus der Falle herauskommt. Sie fragen sich vielleicht, warum ich als Texterin und Worttänzerin das tue?

(USP-)Beratung und Coaching sind immer Bestandteil meiner Arbeit, bevor es an Texte und Werbe- oder Kommunikationsstrategien geht. Es geht schließlich um individuelle Inhalte, nicht um Allgemeinplätze. Denn gibt’s etwas Allgemeineres als mit diesem USP auf der Website eines Coaches (!) begrüsst zu werden: „Bei mir steht der Mensch im Mittelpunkt“. Sehr originell und individuell, oder? (Danke an der Stelle an Bettina Stackelberg für diesen Tweet!) Es geht also in meiner Arbeit um Stärken, um Positionierung, Authentizität und die Einzigartigkeit. Letzteres ist mir besonders wichtig – aus persönlichen Gründen, die lange zurückliegen. Aus jedem Menschen und besonders aus jeder Frau das Beste herauszuholen, sie zu stärken, ihre Talente und Stärken zu finden und zu sich als Frau mit Persönlichkeit zu stehen: Das ist mein Motivator. Nur so können individuelle, authentische Inhalte und Texte entstehen, die dem Leser und der Zielgruppe Einblick in das Gegenüber geben. Die ihm das Gefühl vermitteln, bei diesem Anbieter genau richtig zu sein.

Neugierig auf den ersten Fall? Los geht’s:

1. Sind Sie Mutter, Tochter, Ehefrau oder Geliebte – im Job?

Antwort: Im Zweifel alle vier – je nachdem welchem Mann Sie gegenüberstehen. Jungs haben nicht so viel Erfahrung damit, wie Mädchen ticken. Woher auch. Schließlich waren Mädchen schon ziemlich früh doof und die Jungs kickten lieber gleichgeschlechtlich. Was tut also der erwachsener Mann? Er nimmt die bekannten Stereotypen und kategorisiert Frauen fleißig in die entsprechende Schublade.  Wenn Sie beispielsweise erkennen, dass ein älterer Vorgesetzter Sie wie seine eigene Tochter behandelt, können sie viel von ihm lernen. Sie bekommen Einblicke in (Unternehmens-)Bereiche und Informationen, die anderen verborgen bleiben. Papa nimmt Töchterchen an die Hand und kümmert sich. Nachteil: Sie bleiben immer die „kleine“ Tochter und werden nie auf Augenhöhe mit ihm kommen oder gar in der Hierarchie über ihm stehen.

Die Ehefrau hat – wie im echten Leben – einen schwierigen Stand. Sie wird zwar gleichberechtigt akzeptiert und einbezogen, aber auch oft überstrapaziert und hin und wieder angebrüllt. Vorteil: Sie erfahren auch „außerhalb der Bürozeiten“ was abgeht oder dürfen den Chef privat anrufen, während andere Kollegen um einen offiziellen Termin betteln müssen. Wem’s auf Dauer zu viel wird, reicht die Scheidung ein. 🙂

Als Mutter haben Sie eine zukunftssichere Stelle, denn kein Chef wird seiner Mutter kündigen. Sie beherrschen das Chaos, den Chef und vieles mehr, wissen Rat in jeder Lebenslage und nehmen jeden neuen Mitarbeiter willig an ihre großherzige Mutterbrust. Oft sind es Sekretärinnen, die diese Rolle spielen. Leider haben Sie damit nur indirekt Macht, denn Ihr Weg sind Andeutungen und Manipulationen. Dafür bis ans Lebensende, wenn Sie mögen. Als ich diese Beschreibung las dachte ich zurück an eine meiner (wenigen) Angestelltenpositionen, bei der ich gemeinhin als die „Mutter der Abteilung“ bezeichnet wurde und mich mit diesem Titel auch ziemlich wohl fühlte. Sogar den ausländischen Delegationen und Kollegen wurde ich so angekündigt, und sie wurden nicht enttäuscht: Ich habe sie betüttelt in Form von Hotelbuchung und Transferdienst, nett organisierten Tages- und Abendveranstaltungen und sie bekamen alle Informationen, die sie brauchten (nicht wollten, wohl gemerkt!). Heute habe ich drei Kinder, und mein Tüttelbedarf ist weitestgehend gedeckt. 🙂 Doch kommen wir zu spannenderen Rollen, zum Beispiel zur ….

…Geliebten. 🙂 No risk, no fun heißt es da. Frauen, die jetzt ins Berufsleben einsteigen, dürfen Risiken eingehen, ausprobieren, an Machtstrukturen teilhaben. Doch Vorsicht: Sich im Umfeld sexueller Spannungen zu bewegen, seine „Vorzüge“ spielen zu lassen, kann gefährlich werden. Sie könnten nicht nur Ihren Job, sondern auch Ihren Ruf verlieren. Schließlich dürfen nur Männer Affären haben, Frauen nicht. Oder?? Aber wie gesagt: No risk, no fun. 🙂

TIPP: Welche Rolle haben Sie, wenn Sie Ihren Ehemann zu einer Veranstaltung begleiten? Richtig: die der Ehefrau. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie als solche behandelt werden. Was nicht das Schlimmste ist. Denn es kann passieren, dass die Männer plötzlich beginnen über Insiderthemen zu sprechen, denn sie sind ja unter sich. Zu dumm, dass ausgerechnet SIE Journalistin sind. Sie könnten nun die Ohren spitzen und zu Hause die Hammerenthüllungsstory schreiben und am nächsten Morgen Gesprächsthema Nummer 1 sein. Wenn Sie sich schon länger einen neuen Job für Ihren Gatten in einer anderen Stadt am anderen Ende der Nation wünschen, nur zu. Alternativ entschuldigen Sie sich diskret und geben dem Hausherrn oder Redner Ihre Visitenkarte mit dem Hinweis, dass auch Ehefrauen berufstätig sein könnten und er in Zukunft besser etwas vorsichtiger sein sollte. Tipp: Packen Sie immer ein paar Visitenkarten ein. Man weiß nie, wofür sie gut sind!

So, das war’s für heute. Schauen Sie doch gleich mal in den Nachbarbüros, welche Typen von Mann da sitzen, und spielen Sie mit Ihren (neuen) Möglichkeiten!!

Wenn Sie mögen, schreiben Sie mir über Ihre Erfahrungen. Ich freue mich!! 🙂

Demnächst geht es weiter hier mit den Business Games für Frauen und solche, die eine werden wollen. 🙂

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