Die Worttänzerin bloggt
Neues aus der Texterwerkstatt im Mai/Juni 2010: Let’ go for music, Let’s go family

Liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich versuche ich englische Begrifflichkeiten in der Werbung zu vermeiden. Nicht alle Deutschen kennen die englischsprachigen Feinheiten, so dass es nicht selten zu Falschinterpretationen kommt, wie am Beispiel „Come in and find out“ („Kommen Sie herein und finden Sie wieder heraus“) von Douglas herausgefunden wurde. Gemeint war sinngemäß: Kommen Sie herein, und finden Sie ES heraus (bzw. was es hier so gibt). Aber nachdem Lena trotz oder wegen ihres schrägen Akzentes den europäischen Grand-Prix-Titel nach 28 Jahren nach Deutschland geholt hat, können auch wir ruhig mal ein bisschen mit-slang-eln.

Mehr als Durch-schläng-eln ist dagegen von unserer deutschen Nationalelf in Südafrika wohl nicht zu erwarten. Aber Hauptsache dabei, oder? Apropos dabei …

Dies sind die News im Mai/Juni 2010

1. Aktuelles: Let’s go family – APROPOS.TEXT auf der Messe „Familienleben 2010“
2. Handwerkliches: Der Run nach dem Ball: Fußball-WM in der Werbesprache
3. Sprachliches: Der Sprach-Kick: Fußball-Terminologie
4. Lustiges: Verkickt: Stilblüten

1. Aktuelles: APROPOS.TEXT auf der Messe „Familienleben 2010“
Am Sonntag, den 13.6. ist APROPOS.TEXT auf der Familienleben 2010 in der Stadthalle Aschaffenburg. Zusammen mit Mediengestalterin Sandy Venzke vom Studio-m7 werde ich den Stand des Unternehmerinnen-Netzwerkes am Untermain vertreten. Sie finden uns in der Themeninsel „Wiedereinstieg und berufliche Neuorientierung“ am Stand K3 im Foyer vor dem kleinen Saal. Außerdem präsentieren wir gemeinsame Arbeiten, und stellen auch die erste (und wohl immer noch einzige) Kindergarten-Kinderzeitung Deutschlands vor. Diese habe ich vor über 4 Jahren mit der Kindertagesstätte St. Markus Kleinostheim ins Leben gerufen und betreue sie seitdem. Ich freue mich auf Ihr/Euer Kommen. Mehr dazu auf www.familienleben2010.de.

2. Handwerkliches: Fußball-WM als Aufhänger für Ihre Werbung
Es muss ja nicht gleich eine neue Teebeutelkreation mit Fußballerköpfen sein. Aber eines der Stilmittel, das Texter gerne verwenden, um Anzeigen und sonstigen Texten mehr Spritzigkeit zu verleihen, sind Metapher in Kombination mit einem aktuellen Bezug. So wird es in den nächsten Wochen in allen Print- und Onlinemedien in irgendeiner Form um das runde Leder oder Südafrika gehen. Doch Vorsicht:
Überstrapazieren Sie das Kopfkino nicht.
Wer es zu weit treibt, verdribbelt sich, verliert Ball und roten Faden und gerät möglicherweise in Rückstand. Beispiele für unfreiwillige Komik gibt es genug. Wenn Sie nach der Steilvorlage des Chefs „losstürmen“, Ihr Projekt „in den Kasten bringen“ wollen und sich dann wegen eines fiesen Fouls Ihres Lieblingskollegen doch „verdribbeln“, dann ist nicht nur Ihr Projekt gescheitert, sondern sprachlich das Kopfkino des Lesers überreizt worden.
Fazit: Nutzen auch Sie die Fußball-WM für Ihre Werbemaßnahmen, aber bitte in Maßen (nicht Massen!).
3. Sprachliches
Stilmittel sollten also immer pointiert ausgesucht eingesetzt werden. In einigen Redaktionen oder Tageszeitungen gibt es sogar Vorgaben, dass auf einen Satz mit Metapher ein Satz ohne Metapher folgen muss. Dies sind mögliche Begriffe: am Ball bleiben, sich die Bälle zuspielen, in den Kasten bringen, losstürmen, Meister, Steilvorlage, Doppelpass, im Netz zappeln, etc. Wichtig dabei: Bleiben Sie logisch, Stilmittel um jeden Preis ohne echte Aussage ist nicht der Sinn dieser Übung!
4. Lustiges: Stilblüten:
„Da ist Müller von links und Fischer von allen guten Geistern verlassen“ – ein bisschen viel Richtungswechsel oder?

Herzliche Grüße
Snezana Linten

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