Die Worttänzerin bloggt

Offizielle Sportveranstaltungen, wie die Fußball-EM oder Olympia, sind auch bei kleinen Werbetreibenden gern gesehenen Anlässe, um die Aufmerksamkeit für ihre Produkte und Dienstleistungen zu erhöhen. Doch Vorsicht. Auch bei Olympia gibt es ein Regelwerk: das Olympia-Schutzgesetz.

Noch bevor die Fußball-EM in Frankreich begann, hatten sich die Texter großer Werbeagenturen schon auf der eigenen kreativen Spielwiese ausgetobt. Lufthansa wurde zur Fanhansa umgetauft und dazu ein Film entwickelt, die Brauerei Carlsberg warb mit „Liberté, Egalité, Footballité“ und BILD entsann den Slogan „Einfach Götzlich“. Überall – in Anzeigen, auf Verpackungen, im Radio – fand man in dieser Zeit Sonderaktionen und Assoziation rund um das runde Leder. Wer dies als Inspiration für das am kommenden  Freitag in Rio de Janeiro startende Olympia-Spektakel nehmen möchte, sollte zweierlei Dinge beachten. Laut Urheberrecht dürfen weder bestehende Wortschöpfungen noch Texte oder Textpassagen ohne Weiteres für eigene Zwecke übernommen werden. Das gilt auch für Logos oder Wort-Bild-Marken. Die olympischen Ringe zählen übrigens auch dazu.

Was ist an Werbung erlaubt, was nicht

Was während der Olympischen Spiele optisch und textlich erlaubt ist und was nicht, regelt das Olympia-Schutzgesetz. Insbesondere kleine Unternehmen sollten sich das Gesetz sehr genau durchzulesen, denn ein Verstoß kann teuer werden. So ist es Unternehmen, die nicht als Sponsor lizensiert sind, verboten, ihre Produkte und Dienstleistungen mit den olympischen Symbolen, insbesondere den Ringen, zu bewerben. Es sind Kontrollen durch das IOC auf sämtlichen Kanälen angekündigt. Es sind allerdings auch ein paar Dinge erlaubt, wie die Formulierung „Rabatt anlässlich der Olympischen Spiele“ sowie die optische Unterstützung durch Sportgeräte. Auch Ringe, die als Teil eines Kunstwerkes eingebunden sind, sollen laut dem Marken- und Werberechtler Jens Matthes von der Frankfurter Kanzlei Allen Overy erlaubt sein. Das Deutsche Olympische Komitee hat auf www.dosb.de einen Leitfaden zum OlympSchG veröffentlicht. Hier wird festgehalten bzw. geregelt:

  • Überblick und Neuerungen der Regel 40
  • Richtlinien für olympische Partner
  • Richtlinien für nicht-olympische Sponsoren
  • Beispiele
  • Anmeldeprozess

Zeitraum

„Während“ der Olympischen Spiele bedeutet übrigens den Zeiteraum vom 27. Juli 2016 (also neun Tage vor der Eröffnungsfeier) bis 24. August 2016 (drei Tage nach der Abschlussfeier). „Wurde das Werbematerial allerdings schon drei Monate vor den Olympischen Spielen veröffentlicht, darf es auch während der Olympischen Spiele gezeigt werden.“ heißt es im Leitfaden. Einige Beispiele zeigen, was (nicht) erlaubt ist und warum.

Sollte sich jetzt noch ein Unternehmen entscheiden, Werbung im Rahmen dieser Sportveranstaltung zu beantragen, so ist die Frist leider verstrichen: es war der 27. April 2016. Natürlich ist Werbung in Anspielung auf Olympia jetzt noch erlaubt, aber eben nur mit Einschränkungen. S.a. BFH-Urteil: „Olympische Preise“ und Olympia-Rabatt“.

 

Ihre Meinung ist uns wichtig

*

↑ Top