Die Worttänzerin bloggt
Vortrag beim BVMW-Unternehmerfrühstück in Obernburg / Main: Wie komme ich an neue Kunden – Es geht auch ohne Emails.

Wow, 34 Teilnehmer bei Frühstück, anstatt der üblichen 10 bis 15! Ich war begeistert vom Zuspruch anlässlich meines Vortrages über alternative Werbemöglichkeiten am 3. Juli. Das Thema Marketing ist natürlich immer aktuell. Dennoch kamen die Unternehmer aus der Region Aschaffenburg, Miltenberg, dem Spessart und aus Hessen vermutlich auch aufgrund einer gesetzlichen Änderung. Email-Marketing funktioniert nämlich seit September 2012 – also seit Inkrafttreten der BDSG-Novelle – nur noch eingeschränkt. Die so bequeme und vor allem kostengünstige Methode Kunden und Interessenten per Knopfdruck über Produkte und Dienstleistungen zu informieren, wurde vom Gesetzgeber zum Schutz der Empfänger weiter reglementiert. Es heißt also wieder umdenken, sich auf alte (altbewährte?) Werbemethoden besinnen und kreativ sein. Vor allem Kleinunternehmer, die, was Budget anbelangt, nicht aus dem Vollen schöpfen können wie Aktiengesellschaften oder finanzkräftige Mittelständler.

PR – die bessere Werbung?

In meinem Vortrag habe ich deshalb neben Möglichkeiten, Unterschieden, Vor- und Nachteilen der klassischen Printwerbung auch PR / Pressearbeit angesprochen. Letztere wird von manchen als die bessere Werbung angesehen – eine Aussage, die Journalisten und Zeitungsverlage nicht so gerne hören. Ein Körnchen oder zwei Wahrheit ist da schon dran, denn eine regelmäßig betriebene Öffentlichkeitsarbeit sorgt für Bekanntheit und ein gutes Image bzw. kann schlechte Nachrichten sogar besser abfedern. Mit den Online-Presseportalen ist die Pressearbeit nicht nur aus SEO-Sicht interessant, sonder auch deutlich einfacher geworden. Denn der Unternehmer nicht mehr vom Wohlwollen des Journalisten oder Redakteurs abhängig, sondern kann seine News meist problemlos einstellen, vorausgesetzt er hält sich (zumindest einigermaßen) an die journalistischen Prinizipien.

Der kleine Unterschied macht oft den Unterschied

Bei der Werbung steckt oft der Teufel im Detail. Jede Maßnahme ist eine Eigendisziplin und folgt eigenen Regeln, was Aufbau und Inhalt anbelangt. Anzeigen werden anders (mit anderen Inhalten und Zielen!) konzipiert und getextet als Broschüren oder eine Website. So gilt es, (am besten vorher) sein Ziel zu kennen bzw. zu wissen, was und wen Sie mit dieser Maßnahme erreichen wollen. Was will ich beispielweise mit den 1000 Exemplaren des neu gestalteteten Flyers anstellen? Wie oft, wo und in welcher Form sollte eine Anzeige platziert bzw. veröffentlicht werden, damit sie möglichst viel Wirkung erzielt? Was ist bei der Planung eines Werbebriefes zu berücksichtigen, und wie sind die Lesegewohnheiten des Empfängers? An welchen Stellen meines Außenauftritts kann ich mit ein bisschen Kreativität mehr Aufmerksamkeit schaffen? Z. B. bei der Außen- und der rollenden Werbung. Was gehört heute alles zur Öffentlichkeitsarbeit außer Pressemitteilungen, und welcher Unterschied besteht zwischen einem selbst (oder von einem PR-Profi) geschriebenen Pressebericht und dem eines Redakteurs aus der Lokalzeitung? Wie können Traditionsunternehmen ihre Geschichte fürs Marketing nutzen (History Marketing), damit vielleicht der nächste Bankkredit wohlwollend geprüft wird? Und natürlich stellt sich immer wieder die Frage: Wie viel Social Media braucht ein Unternehmer, und wo macht es Sinn, Zeit zu investieren.

Networking als vertrauensbildende Maßnahme

Ich persönlich halte den Punkt Networking für sehr wichtig, wenn nicht so gar für die wichtigste Methode. Gehen wir kurz auf Zeitreise in die Vergangenheit. In einem Ort gab es Händler, Dienstleister und allerlei Gewerbe. Jeder kannte jeden, zumindest vom Hörensagen. Wenn etwas gebraucht wurde, ist man zum Diensteister im Ort gegangen. Etwas anderes wäre einem gar nicht in den Sinn gekommen. Schließlich sitzt man Sonntags mit ihm in der Kirche, begegnet ihm auf der Strasse, in der Bank oder beim Stammtisch, und die Kinder gegen gemeinsam zur Schule oder sind befreundet. Man kennt sich vielleicht schon seit der eigenen Schulzeit oder Jugend, weiß um die Stärken und Schwächen des anderen und kennt vielleicht auch auch das eine oder andere persönliche Problem des anderen. Ist man (noch) nicht persönlich bekannt, so spricht sich zumindest schnell herum, ob jemand gute oder schlechte Arbeit macht. Und weil das so ist, ist auch jeder bemüht, seinen guten Ruf zu wahren bzw. sich einen guten  Namen zu machen, indem er an dem sozialen Geschehen wie beschrieben teilnimmt. Weil das oft das eigene wirtschaftliche Überleben sichert. Was passiert heute? Viele Unternehmer und Anbieter verschanzen sich hinter ihren Computern, schreiben Emails oder verschicken Briefe und Drucksachen, sind allenfalls am Telefon aus der Reserve zu locken (falls sie zum Hörer greifen!) und erwarten, dass die Kunden ihnen aufgrund eines ausliegenden Flyers, netter Worte oder einer hübschen Anzeige vom Fleck weg vertrauen. Welche Methode ist auf lange Sicht wohl erfolgversprechender? Für mich persönlich ist die Antwort klar. Nirgends kann man sich besser persönlich vorstellen, sein Gegenüber  überzeugen und sich als (vertrauenswürdiger) Experte positionieren als bei Veranstaltungen, wo man sich persönlich gegenüber steht und in Augen, Mimik und Körpersprache lesen kann. Sei es im direkten Gespräch, über und nach einem Vortrag oder in einer mit anderen Mitgliedern organisierten Veranstaltung. Aus diesem Grund gehen immer mehr Anbieter dazu über, sich per Videobotschaft (Video Marketing) auf der eigenen Website vorzustellen, um über die eigene Person Vertrauen aufzubauen und letztlich Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich finde. Zumal man in bestimmten Branchen den „eigenen Ort“ bald ausgeschöpft hat und tatsächlich nicht überall persönlich präsent sein kann.

Cross Marketing und Guerilla-Marketing sind last but noch least Bereiche, wo Sie mit viel Kreativität und wenig Geld viel Aufmerksamkeit erzielen können. Das Web bietet hier viele Anregungen zur Inspiration.

Stattgefunden hat das Unternehmerfrühstück in der Müllerin in Obernburg Der Frühstücksraum im Kreuzgewölbe war früher ein Pferdestall und erstrahlt heute in rustikal gemütlichem Gewand. Für romantische Abende bei Kerzenschein ist der Raum bestimmt eine tolle Location. Für den Vortrag versperrten die Säulen in dem bis auf den letzten Platz belegten Raum leider Einigen den Blick auf die Leinwand. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist aber bereits geplant bzw. von einzelnen Teilnehmern gewünscht. Eingeladen hatte Beatrice Brenner, verantwortliche BVMW-Repräsentatin für den Untermain und Aschaffenburg.

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